Wie Sie Ihre Kündigungsfrist optimal nutzen können (und nichts Wichtiges vergessen)

Sie haben ihr Arbeitsplatz gekündigt, weil Sie eine bessere Stelle gefunden oder schlichtweg Lust auf Veränderung haben? Dann müssen Sie nur noch einen Zeitraum überstehen, vor dem vielen graut: die Kündigungsfrist. Diese dauert, je nach Dauer des Arbeitsverhältnisses meistens zwischen 1-3 Monaten. Wie Sie die Kündigungsfrist unbeschadet überstehen und optimal nutzen, verraten wir im folgenden Artikel.

Der Anfang vom Ende: Das Kündigungsgespräch

Innerlich haben Sie bereits abgeschlossen, nun steht der Gang zum Personaler an. Mit ein wenig Vorbereitung gelingt Ihnen auch das Kündigungsgespräch. Wenn Sie Ihrem Chef sagen, dass Ihre Kündigung weniger mit der Firma, sondern mit Ihrer eigenen Weiterentwicklung zu tun hat, fällt das Gespräch, und die Zeit bis zum Abschied, leichter. Wahrscheinlich ist Ihr Vorgesetzter trotzdem nicht begeistert über Ihren Weggang. Stellen Sie sich auf eine Reaktion ein, die von verletzt bis zu wütend reichen kann. Wenn Sie letzteres befürchten, hilft es, wenn Sie vorher innerlich mögliche Szenarien und ihre eigene (besonnene) Anwort darauf durchgehen. Damit vermeiden Sie Konflikte, die Ihnen die Zeit bis zum finalen Abschied schwermachen können.

Wer informiert Team und Kunden über Ihren Abschied?

Nach dem Kündigungsgespräch müssen Sie sich auch von den Menschen verabschieden, mit denen Sie die letzten Jahre zusammengearbeitet haben. Sprechen Sie am besten mit Ihrem Vorgesetzten darüber, wer die Kündigung bekannt gibt. Dasselbe gilt für Kunden und Geschäftspartner: informieren Sie selbst oder macht das der Chef? Wenn Sie eine vertrauensvolle Beziehung zu Team-Mitgliedern haben, können Sie diese bereits im Vorab einweihen. Aber Vorsicht: Sprechen Sie wirklich nur mit Kollegen, die Ihnen nicht in den Rücken fallen. Hier finden Sie übrigens eine Vorlage für eine Abschiedsmail an Kollegen und Geschäftspartner.

Ein tadelloser Abschied ist aus zwei Gründen gut für Sie

Ist die Kündigung erstmal ausgesprochen, lassen viele in der Leistung nach und zeigen kaum mehr Initiative. Aus zwei Gründen sollten Sie jedoch gut aus der alten Firma ausscheiden:
Erstens sind Netzwerke in den meisten Branchen der Eckpfeiler von Karrieren. Gerade wenn Sie vorhaben, sich zu bewerben – Personalchefs erkundigen sich durchaus bei alten Arbeitsgebern. Wäre doch schön, wenn dieser Ihnen eine blumige Empfehlung mitgibt. Zudem sind Sie nicht alleine mit Ihrem Wunsch nach Veränderung. Auch Kollegen und Vorgesetze wechseln Jobs. Man sieht sich immer zweimal im Leben. Das gilt auch für die Geschäftswelt. Wenn Sie bis zuletzt Engagement zeigen, bleibt das dauerhaft im Gedächtnis und kann Ihnen später einmal Karriere-Türen öffnen.
Zweitens werden Sie sich selbst nicht gut fühlen, wenn Sie Kollegen, Kunden und den Chef hängen lassen. Bleiben Sie professionell bis zur letzten Stunde. Damit lassen Sie ein Lächeln auf dem Gesicht der anderen zurück und können ohne Altlasten in einen neuen Lebensabschnitt starten.

Übergabe als Chance

Eine gut durchdachte Übergabe bewirkt eins: Ihr Nachfolger wird Ihnen dankbar sein. Und nicht nur dieser. Auch Chefs, Kollegen und Kunden werden Sie schätzen. Kurzum: eine gute Übergabe macht alle glücklich. Auch Sie, denn eine reibungslose Übergabe geht auf Ihr Karma-Konto.
Hier eine kurze Auflistung zum Thema Übergabe und wie diese am besten gelingt:

  • Fangen Sie rechtzeitig mit der Vorbereitung zur Übergabe an. So entgehen Ihnen weder alltäglich, noch vereinzelt anfallende Aufgaben.
  • Erstellen Sie eine Checklist für die Übergabe. Was muss der Nachfolger wissen? Gibt es eine Liste aller Projekte? Wie sieht der Zeitplan hierzu aus?
  • Ordnen Sie Ihren Arbeitsplatz und hinterlassen Sie eine übersichtliche EDV-Struktur. Wo findet der Nachfolger Dateien, welche Passwörter sind wichtig?
  • Sprechen Sie mit Ihrem Chef ab, welchen Teil der Übergabe Sie übernehmen. Ihr Engagement wird in positiver Erinnerung bleiben und sie machen die Arbeit nicht doppelt.

Ein weiteres Plus der Übergabe: Sie verschaffen sich einen Überblick über Ihren Arbeitsbereich. Sowohl Tätigkeiten, als auch Verantwortungsbereiche bilden sich dabei ganz klar ab. Sie können nebenbei Notizen machen und diese mit Ihrem Arbeitszeugnis abgleichen. Fehlt hier ein Punkt, fällt Ihnen das garantiert auf und Sie können beim Chef reklamieren. Ausführliche Informationen zum Thema Arbeitszeugnis finden Sie hier.

Der letzte Eindruck zählt – verabschieden will gelernt sein

Die Zeit ist vergangen, nur noch 1,5 Wochen bleiben bis zum endgültigen Weggang. In der Regel verabschiedet man sich gegen Ende hin nett mit einer Abschiedsmail und ggf. einem kleinen Umtrunk. Bei einer ungezwungenen Abschiedsfeier haben Sie und Ihr Team Gelegenheit, noch einmal richtig Tschüs zu sagen und Kontakte auszutauschen. Auch dies gehört zum Netzwerken dazu.
Sie tragen noch alte Konflikte mit sich herum? Spannungen mit den Kollegen oder den Vorgesetzten? Dann ist jetzt gegen Ende die beste Zeit, um diese zu klären. So scheiden Sie mit einem reinen Gewissen und haben die Bewunderung auf Ihrer Seite. Falls das klärende Gespräch nach hinten losgeht, haben Sie zumindest alles versucht und sind in wenigen Tagen sowieso weg.

Was Sie fürs Rav beachten müssen

Wenn Sie noch keine neue Stelle haben, sollten Sie unbedingt daran denken, sich beim RAV anzumelden. Dies müssen Sie spätestens am ersten Tag der Arbeitslosigkeit durchführen. Die Mitarbeiter dort werden Sie dann informieren, ob Sie einen Anspruch auf Arbeitslosengeld haben. Wenn Sie selbst gekündigt haben, kann es beispielsweise zu Sperrtagen kommen, während denen Sie keine finanzielle Unterstützung erhalten. Ausserdem müssen Sie bereits Bewerbungen während der laufenden Kündigungsfrist schreiben. In der Regel sind dies 10 Stück pro Monat, erkundigen Sie sich aber am besten auch hierfür beim Rav.

Wir wünschen viel Erfolg für die letzten Wochen im alten Job und einen guten Neustart in der neuen Firma!


Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.